Warner experimentiert mit neuen Vertriebswegen

Filmstudio Warner war eines der ersten, die ihre Filme bei deutschen VoD-Portalen zum Verkaufsstart der DVD veröffentlicht. Allerdings auch zu stolzen Leihpreisen von 4,99EUR für die SD-Version. Für den Online-Vetrieb der Filme werden seit einiger Zeit neue Wege ausgelotet. Den Anfang machte die iOS-Plattform.Auf dem iPod Touch, dem iPhone und dem iPad ließ sich die App “The Dark Knigh: App Edition” herunterladen. Die eigentliche Anwendung gibt es kostenlos. Jede Menge Extras wie Produktionsfotos und Making-Ofs sind darin enthalten sowie der Hauptfilm, den es als “In-App-Purchase” für 7,99EUR zu kaufen gibt. Den eigentlichen Film gibt es bei iTunes selbst, für 9,99EUR ohne jegliche Extras und nur mit der deutschen synchronisation.

Mit der App wird also ein Mehrwert geschaffen und in diesem Fall liegt der Preis sogar unter dem offiziellen iTunes-Movie-Store Preis. Der Vorteil für Warner: Durch den App-Store kann der Film einem größeren Publikum zur Verfügung gestellt werden, da der Movie-Store nicht in jedem Land verfügbar ist.
Auf den ersten Blick hat auch der Kunde was davon: Bonusmaterial in ähnlichem Umfang wie bei der DVD. Allerdings steht mit iTunes-Extra auch die Möglichkeit bereit, ein Teil des Bonusmaterial auch im Movie-Store selbst anzubieten. Auch Untertitel oder zusätliche Sprachen könnten problemlos angeboten werden. Warum differenziert man das Angebot hier so?

Zumindest theoretisch hat man durch den Kauf aus der App heraus die Möglichkeit den Film jederzeit wieder zu laden, ohne erneut zu zahlen wie es im iTunes-Store der Fall ist.
Praktikabel ist diese Modell aus meiner Sicht jedoch nicht. Man stelle sich vor, jeder Film würde als eigene App daher kommen – die gezielte Suche nach neuen Filmen unter den Mengen der anderen Apps ist undenkbar.

Nur in den USA wird derzeit versucht den Film über Facebook zu vertreiben. 30 credits oder umgrechnet 3$ soll der Film dort kosten. Den Film gibt es dort dann als 48 Stunden Leihangebot.
Filme bei Facebook ist auch irgendwie eine schaurige Vorstellung. Damit kann Facebook theoretisch auch die Filmvorlieben seiner Nutzer als neuen Datensatz aunehmen.  Mich würde es nicht wundern, wenn die Pinnwand dann “zugespammt” wird mit “XXX schaut gerade The Dark Knight”, wo jeder auch gleich mitlesen kann wann und was man schaut, sofern man evtl. Häkchen nicht weggeklickt hat.

Es ist prinzipiell natürlich löblich, dass man nun endlich mal anfängt die Zeichen der Zeit zu erkennen und nicht Starr an den DVD bzw. Blu-Ray-Verkäufen hängt.  Aber es gibt doch interessantere und wichtigere Punkte, die angegangen werden sollten.

Warum wird in Zeiten der Globalisierung und vor allem im Internet, wo Menschen aus aller Welt sich tummeln, darauf verzichtet Filme global zur veröffentlichen? Ob der Kunde nun auf den Deutschlandstart warten und Betrag X für den Film als Kauf oder Leihfassung ausgibt oder den gleichen Betrag für die O-Ton-Fassung, wenn sie in den USA erscheint, kommt am Ende aufs gleich heraus.

Warum wird bei der Onlinedistribution der Filme auf das Bonusmaterial (Sprache,Untertitel,Making-Ofs,…) häufig verzichtet oder stark beschnitten? Warum ist die Qualität häufig schlechter als bei der DVD/Blu-Ray? Bessere Qualität und mehr Bonusmaterial haben größere Datenmengen zur Folge, nicht jeder hat einen schnellen Internetanschluss – kein Grund generell darauf zu verdichten, auch wenn dadurch der Download länger dauert. Es gibt auch viele, die über eine schnelle Leitung verfügung. Warum also nicht zumindest mehr Optionen für den Kunden anbieten?

Eure Meinung zu den neuen Vetriebswegen von Warner könnt ihr gerne in den Kommentaren hinterlassen. Gerne auch Erfahrungsberichte, falls jemand z. B. eine Warner App geladen und den Film auch gekauft hat.

 


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